Interaktiver Liquiditätsplaner: geführte Eingabe links, Live-Dashboard mit 12-Monats-Cashflow-Kurve, Tiefpunkt, Verdikt, KPIs und Monatstabelle rechts.
Wir rechnen 12 Monate …
Saldo, Saison-Brocken & TiefpunktDer Planer startet immer im laufenden Monat und braucht wenige Angaben: aktuellen Kontostand, Kreditlinie mit Zinssatz, laufende Einnahmen und Ausgaben je Monat sowie die großen Einzelposten im Jahr, jeden in seinem Monat. Daraus entsteht eine Kurve, die zeigt, wie sich dein Kontostand über zwölf Monate entwickelt.
Landwirtschaft hat eine Besonderheit, die kaum eine andere Branche so ausgeprägt kennt: Einzahlungen kommen in wenigen großen Schüben — Ernte, Auszahlung der Direktzahlungen im Dezember —, während Auszahlungen gleichmäßig über das Jahr laufen. Wer das nicht plant, gerät zwischen Frühjahr und Ernte regelmäßig in Not.
Ein Betrieb kann Gewinn machen und trotzdem zahlungsunfähig werden. Der Gewinn sagt, ob sich das Jahr gelohnt hat. Die Liquidität sagt, ob du im April die Düngerrechnung bezahlen kannst. Beides muss getrennt betrachtet werden — der Deckungsbeitrag beantwortet die erste Frage, dieser Planer die zweite.
Nicht der Jahresüberschuss entscheidet, sondern der tiefste Punkt der Kurve. Er zeigt, wie viel Puffer du im ungünstigsten Monat brauchst. Als Faustregel sollte dein Puffer aus Kassenbestand und freier Kreditlinie mindestens drei Monatsauszahlungen abdecken. Der Planer zeigt dir diesen Spielraum im Tiefpunkt – in Euro und in Monatsausgaben.
Jederzeit — der Planer startet immer im laufenden Monat. Gute Zeitpunkte sind die Wochen vor Beginn deines Wirtschaftsjahres (bei Land- und Forstwirten in der Regel der 1. Juli) und die Zeit nach der Ernte. Dazwischen gleichst du quartalsweise gegen die Ist-Werte ab. Die Abweichung ist oft aufschlussreicher als der ursprüngliche Plan.
Unbedingt — sie sind bei vielen Betrieben der größte Einzelposten des Jahres und kommen meist im Dezember. Rechtlich haben die Länder bis zum 30. Juni des Folgejahres Zeit, und einzelne Öko-Regelungen zahlen manche Länder erst im Folgejahr aus. Stell im Planer den Monat ein, den deine Bewilligungsstelle nennt. Einen unsicheren Teil ziehst du dort ab und trägst ihn als weiteren Posten in einem späteren Monat ein. Zur Höhe siehe GAP-Direktzahlungen.
Drei Ansätze: Zahlungszeitpunkte verschieben, die Kreditlinie rechtzeitig erhöhen statt im Notfall, oder Erlöse vorziehen. Alle drei funktionieren nur, wenn du den Engpass Monate vorher kennst.
Die ausführliche Anleitung steht im Beitrag Liquiditätsplanung für Junglandwirte.
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