Interaktiver Pachtpreis-Rechner: geführte Eingabe links, Live-Dashboard mit Entscheidungs-Karte, Verhandlungs-Spielraum und Hilfe-Links rechts.
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Fairer Korridor, Tragfähigkeit & SpielraumDie meisten Pachtpreis-Übersichten beantworten die Frage des Verpächters: Was kann ich verlangen? Dieser Rechner dreht sie um. Er prüft, ob ein geforderter Pachtzins von dem getragen wird, was die Fläche tatsächlich abwirft — aus Sicht dessen, der ihn zahlen muss.
Im Rechner steckt dafür eine Faustannahme: Die Pacht darf höchstens 45 Prozent deines Deckungsbeitrags nehmen, inklusive Direktzahlungen. Das ist kein Normwert. In einem Rechenbeispiel der Landwirtschaftskammer Niedersachsen (2021) blieben nach Festkosten, Lohn- und Zinsansatz und Unternehmerlohn 292 von 701 Euro Deckungsbeitrag für die Pacht – rund 42 Prozent. Du kannst den Anteil zwischen 30 und 60 Prozent einstellen.
Der Rechner fragt sechs Angaben ab: Bundesland, Nutzungsart, Bodengüte, den geforderten Pachtpreis, deinen Deckungsbeitrag und die Fläche. Danach passt du in der Übersicht an, ob es ein neues Angebot oder eine laufende Pacht ist, wie gut die Böden deiner Gegend im Schnitt sind, welchen Anteil deines Deckungsbeitrags die Pacht nehmen darf und wie lange der Vertrag läuft. Daraus entsteht ein Vergleich zwischen regionalem Marktniveau und deiner betrieblichen Belastbarkeit.
Das Statistische Bundesamt weist für die Agrarstrukturerhebung 2023 (veröffentlicht im April 2024) bundesweit 407 Euro je Hektar Ackerpacht aus. Bei Neupachten und Preisänderungen der letzten zwei Jahre waren es im Mittel 511 Euro. Grünland kostet mit 212 Euro je Hektar rund halb so viel. Die regionale Spreizung ist erheblich — von 116 Euro je Hektar Acker im Saarland bis 659 Euro in Nordrhein-Westfalen.
Diese Zahlen sind Orientierung, kein Maßstab. Ein Durchschnitt sagt nichts über deinen Schlag: Entfernung zum Hof, Zuschnitt, Vorfrucht, Wasserverfügbarkeit und Bodenzahl können den vertretbaren Preis um mehrere hundert Euro verschieben. Deshalb rechnet dieses Werkzeug nicht nur mit dem Durchschnitt, sondern auch mit deinem Deckungsbeitrag.
Die neuesten amtlichen Pachtpreise je Bundesland, getrennt nach Acker und Grünland, stammen aus der Agrarstrukturerhebung 2023. Pachtpreise aus der Erhebung 2026 liegen nach unserem Stand (Oktober 2026) noch nicht vor. Die Tabelle zeigt genau die Zahlen, mit denen dieser Rechner vergleicht, alphabetisch sortiert zum Nachschlagen. „Ø“ ist der Schnitt aller laufenden Pachten. „Neupacht“ ist der Schnitt der Verträge, die in den zwei Jahren vor der Erhebung neu geschlossen oder im Preis geändert wurden.
| Bundesland | Acker Ø | Acker Neupacht | Grünland Ø | Grünland Neupacht |
|---|---|---|---|---|
| Baden-Württemberg | 311 | 434 | 163 | 224 |
| Bayern | 485 | 588 | 272 | 338 |
| Berlin | 127 | ≈ 159 | 113 | ≈ 129 |
| Brandenburg | 198 | 215 | 137 | 141 |
| Bremen | 464 | ≈ 583 | 174 | ≈ 199 |
| Hamburg | 331 | ≈ 416 | 171 | ≈ 195 |
| Hessen | 257 | 322 | 112 | 114 |
| Mecklenburg-Vorpommern | 339 | 392 | 178 | 185 |
| Niedersachsen | 643 | 755 | 306 | 313 |
| Nordrhein-Westfalen | 659 | 781 | 288 | 287 |
| Rheinland-Pfalz | 283 | 370 | 124 | 162 |
| Saarland | 116 | 132 | 80 | 73 |
| Sachsen | 232 | 260 | 125 | 131 |
| Sachsen-Anhalt | 351 | 425 | 165 | 170 |
| Schleswig-Holstein | 571 | 604 | 310 | 327 |
| Thüringen | 223 | 257 | 101 | 92 |
| Deutschland | 407 | 511 | 212 | 242 |
Pachtentgelt in €/ha und Jahr, alle Betriebsgrößen und Rechtsformen. Quelle: Statistisches Bundesamt, Agrarstrukturerhebung 2023, Tabellen 41121-0403 R (Ø) und 41121-0405 R (Neupacht), erschienen am 12.04.2024. ≈ = vom Rechner geschätzt, weil in den Stadtstaaten nur wenige Betriebe hinter den amtlichen Neupacht-Werten stehen (Herleitung unter „Woher stammen die Vergleichswerte?“).
Jährlich erscheinen Pachtpreise in den Buchführungsergebnissen der Testbetriebe des Bundeslandwirtschaftsministeriums. Dort zahlten Haupterwerbsbetriebe im Wirtschaftsjahr 2024/25 im Schnitt 408 € je Hektar Pachtfläche (BMEL-Statistik, Buchführungsergebnisse 2024/25). Der Wert gilt nur für diese Betriebsgruppe und trennt weder Acker von Grünland noch neue von laufenden Verträgen. Für den Vergleich mit einem Angebot taugen deshalb die Landeswerte der Tabelle besser.
Die Erhebung fragt das Jahrespachtentgelt ab. Alle Werte der Tabelle sind also Jahresbeträge. Für den Monat teilst du durch zwölf: Beim bundesweiten Schnitt für Ackerland von 407 €/ha sind das rund 34 € je Hektar und Monat, bei der Neupacht von 511 €/ha rund 43 €. Deine Pachtkosten im Jahr sind Pacht je Hektar mal Fläche, die Summe über die ganze Laufzeit zeigt dir der Rechner. Wann du zahlst, legt der Vertrag fest. Fehlt eine Absprache und ist die Pacht je Jahr bemessen, ist sie am ersten Werktag nach Ablauf des Pachtjahres fällig (§ 587 BGB).
Ortsüblich ist, was für vergleichbare Flächen in deiner Gegend gezahlt wird. Der Landeswert aus der Tabelle ist dafür nur der Anfang. Genauer wird es mit diesen Quellen:
Bodenrichtwerte taugen dagegen nicht als Pachtmaßstab. Die Gutachterausschüsse ermitteln sie aus der Kaufpreissammlung (§ 196 BauGB), auch für landwirtschaftliche Flächen. Online findest du sie etwa über BORIS-D, ein Gemeinschaftsportal mehrerer Länder. Bodenrichtwerte sind durchschnittliche Kaufwerte für den Boden einer Lage, keine Jahresentgelte für seine Nutzung. Eine Pacht lässt sich daraus nicht ablesen.
Der Rechner kennt nur die Landeswerte aus der Tabelle oben. Werte für deinen Kreis kann er nicht übernehmen. Liegen sie deutlich über oder unter dem Landeswert, vergleiche dein Angebot zusätzlich direkt mit ihnen, bei einem neuen Angebot möglichst mit Werten aus neuen Verträgen. Wie der Rechner den Landeswert verwendet, steht im nächsten Abschnitt.
Die Spannen (±18 Prozent, „zu teuer“ ab 25 Prozent über der fairen Obergrenze), der Bodenfaktor und der Pachtanteil sind Modellannahmen von Landw!r, keine amtlichen Werte.
Wenn sie dauerhaft mehr kostet, als die Fläche nach Abzug der variablen Kosten und eines Anteils für Festkosten und Arbeit übriglässt. Entscheidend ist nicht der Vergleich mit dem Nachbarn, sondern ob deine eigene Rechnung aufgeht.
Nein. Pacht ist ein Festkostenblock. Sie wird erst gegen den Deckungsbeitrag gerechnet, nachdem dieser feststeht — nicht vorher abgezogen.
Mit einer Zahl, die du vorher ausgerechnet hast, und mit der Bereitschaft, Nein zu sagen. Wer ohne Obergrenze in eine Bieterrunde geht, zahlt am Ende den Preis des Optimistischsten.
Nur in engen Grenzen. Eine Anpassung kann jede Seite verlangen, wenn sich die Verhältnisse nachhaltig geändert haben und Leistung und Gegenleistung in ein grobes Missverhältnis geraten sind – frühestens zwei Jahre nach Pachtbeginn oder nach der letzten Änderung. Ändert sich der Ertrag durch deine eigene Bewirtschaftung, zählt das nicht (§ 593 BGB). Verlass dich also nicht darauf, später nachzuverhandeln.
Aus der Agrarstrukturerhebung 2023 des Statistischen Bundesamtes, Statistischer Bericht „Eigentums- und Pachtverhältnisse“, veröffentlicht am 12.04.2024. Je Bundesland nutzt der Rechner den Durchschnitt aller laufenden Pachten und den Wert für Neupachten und Preisänderungen der letzten zwei Jahre, jeweils für Acker- und Grünland. In Berlin, Bremen und Hamburg stehen nur wenige Betriebe hinter den Zahlen. Den Neupacht-Wert schätzen wir dort aus dem Landesdurchschnitt und dem bundesweiten Verhältnis von Neupacht zu Bestand.
Die Erhebung findet alle drei bis vier Jahre statt. Die nächste läuft 2026, ihre Ergebnisse liegen noch nicht vor. Prüfe bei wichtigen Entscheidungen den aktuellen Stand bei deiner Landwirtschaftskammer oder deinem Landwirtschaftsamt. Stand der Werte: Oktober 2026.
Die ausführliche Einordnung steht im Beitrag Pachtpreis bewerten: Wann 800 €/ha fair sind — und wann du Nein sagst.
Will dein Verpächter die Pacht erhöhen? Was er verlangen darf und wie du reagierst, steht in Pacht erhöhen: Was der Verpächter verlangen darf.
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